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  • Henning Berz

Sprengung von Nordstream 2 - ein Anschlag auf die deutsche Energieversorgung

Updated: Oct 16, 2022

Laut Medienberichten kam es in der Nacht zum 26.09. zu massiven Druckabfällen bei den Pipelines Nordstream 1 und Nordstream 2. Die Bundesregierung geht von gezielten Anschlägen aus. Wir veruschen hier die Ereignisse auf Basis der täglichen Meldungen zu analysieren um dem Leser die Möglichkeit zu geben, sich selbst eine Meinung zu bilden. Denn so klar wie für viele deutschen Experten die Sache ist, dass nur Russland der Schuldige sein kann, so muss man doch sagen, wenn man die Sachlage einigermaßen neutral bewerten will, dass es andere Länder gibt, die ein noch viel größeres Interesse an der Zerstörung haben.


Nordstream 2 ist eine Gaspipeline die sich von Rußland durch die Ostsee direkt nach Deutschland erstreckt und Deutschland mit billigem Gas aus Russland versorgt. Das Norstream Projekt begann im Jahr 2005 und sollte die Versorgungssicherheit in Europa herstellen. Infolge des rissisch-ukrainischen Gasstreits kam es nämlich zu Engpässen in Europa, durch Lieferstops oder reduzierten Durchleitmengen. Im Juni 2015, ein Jahr nach dem Euromaidan und der gewaltsamen Absetzung des ukrainischen Präsidenten Wiktor Janukowytsch, unterzeichneten die Unternehmen Gazprom, Royal Dutch Shell, E.ON, OMV und Engie eine Vereinbarung, die Ostseepipeline um zwei weitere Erdgasstränge – Nord Stream 2 – zu erweitern. (mehr Infos zur Geschichte zu Nordstream auf Multipolar.de)


Dieses Projekt ist jedoch, aus verschiedenen Gesichtspunkten umstritten und globalen Playern wie den USA, Polen oder auch der Ukraine ein Dorn im Auge.


Die USA, deren geopoloitisches Ziel es ist, die Russen und die Deutschen gegeneiander aufzuhetzen (Rede im Februar 2015 vom US Strategen und Geopolitiker Georg Friedman über die Optionen der US-Außenpolitik in Eurasien), wollten das Projekt um jeden Preis verhindern. Die ARD berichtet am 13.12.2019 das der US Senat Sanktionen gegen die am Bau beteiligten Firmen verhängen könnte



Zudem würde die USA liebend gern ihr massiv überschüssiges Fracking Gas nach Europa verkaufen, was jedoch durch die Umwandlung und den Container Transport viel teurer und auch umweltschädlicher ist.


Das Projekt war mittlerweile so umstritten, das der amerikanische Präseident Biden im Februar 2022 noch vor dem Krieg in nder Ukraine klar stellte, dass diese Pipeline im Falle eines russischen Einmarsches im Donbass nie an den Start gehen werde. Auf die Nachfrage einer Reportin, wie er das denn anstellen wolle, wenn es sich hier doch um um ein Projekt auf deutschen Hoheitsgebiet handle antworte Biden (Video)


Ich verspreche Ihnen, wir werden in der Lage sein dies zu tun.


Unmittelbar nach bekanntwerden des Anschlags bedankte sich der polnische abgeordnete Radek Sikorski bei den USA



Eine weitere interessante Reaktion kommt von US-Außenminister Blinken der sagt, dass die Anschläge auf die NordStream-Pipelines „enorm strategische Chancen“ für die kommenden Jahre bieten.



Was genau er damit wohl gemeint haben, kann man nur erraten. Der RND liefert aber einen kleinen Hint:



Es wird also bei dieser Betrachtung schon deutlich, dass die USA neben anderen Staaten ein großes Interesse an der Zerstörung von Nordstream 2 gehabt haben. Umso erstaunlicher ist es, dass in den deutschen Medien erstens dieser Anschlag fast nur eine Nebenrolle spielt:






und zweitens Russland ganz schnell als Schuldiger ausgemacht ist.





In der ARD und auf RTL sagt Johannes Peters - der als Sicherheitsexperte ausgewisen wird, wortwörtlich (Video):


In der momentanen Situationen kann man sich eigentlich nur Russland als Verursacher vorstellen, alle anderen Akteure haben schlicht und ergreifend gar kein Interesse diese Infrakstrzuktur zu beschädigen


Das kann man somit klar als Propaganda abstempeln, passt aber zu der ÖRR Berichterstattung der vergangenen Jahre. Erst Ende September wurde ein Dokument geleaked, dass zeigt, wie die Bundesregierung die Medien bezüglich der Berichterstattung in der ukraine quais gleichschaltet (Bericht)


Während die deutschen Medien also über den Elefant im Raum nicht sprechen wollen, gehen die Medien in den USA mit dem Thema anders um und bringen von Anfang an das eigene Land als möglichen Saboteur ins Spiel:



Selbst US Top Ökonom Jeffrey Sachs glaubt, dass es das eigene Land war, das die Pipelines gesprengt hat, auch wenn das die Moderatoren gar nicht gerne hören: (Video)


Doch der Reihe nach. Schauen wir uns die Ereignisse etwas genauer an: Zunächst ist bekannt, dass sich kurz vor dem Ereignis (und wohmöglich sogar zum Zeitpunkt) US Kriegsschiffe in unmittelbarer Nähe des Anschlagsortes befanden (Bericht)



Doch schon im Juni befanden sich US-Spezialeinheiten in unmittelbarer Nähe und trainierten den Umgang mit Unterwasser Drohnen: (Article)





Die Sabotage-Akte geschehen just in dem Moment, wo eine neue Pipeline von Norwegen nach Polen in Betrieb genommen wird.




Daten von Flightradar24 zeigen, wie US Kampfhubschrauer an mehreren Tagen im September über der besagten Stelle für mehrere Stunden kreisten. (Bericht)





Gut eine Woche nach den Anschlägen fördert die Recherchre von Javier Fernández, die auf Twitter vom Account zentrale Ermittlungstelle aufgegriffen wird, folgende Erkenntnisse zu Tage:


Stratfor Worldview ist eine US Datenbank mit wöchentlich aktualisierter Ortung der US Navy, sie archiviert, wo sich die US Flotte/andere Schiffe befinden und deren Kurs. Am 27.09. war eines dieser Schiffe mit der Bezeichnung LHD3 in der Ostsee.













Wir können hier keine Beweise anbringen, dass die USA oder deren verbündete den Anschlag auf Nordstream 2 verübt haben. So können wir auch nicht ausschließen, dass Russland diesen Anschlag auf die deutsche Infrastruktur durchgeführt hat, auch wenn aus unserer Sicht sehr wenig Gründe für dieses Szenario sprechen, zudem die Ostsee eines der besten bewachten Gebiete überhaupt ist. Es gibt aber eine Menge an Indizien, dass die USA großes Interesse an einer Zerstörung dieser Infrastruktur hatte und somit wäre es die Pflicht, insbesondere auch in diese Richtung zu ermitteln und zu berichten, statt dies von vornerein kategorisch auszuschließen.



Und wie wäre es wohl, wenn man das ganze Szenario einmal von der anderen Perspektive aus betrachten würde. Wie hätten Medien und Politiker dann wohl reagiert?




Auch wenn es ein Ereignis von vielleicht noch unbekannten Ausmaßes ist, ein wenig Humor gehört auch zu. Deshalb zum Abschluß ein Twitter-Post von dem Satire Account des Herrn Wiehler



Mittlerweile erhärtet sich der Verdacht, dass die Pipeline von westlichen Akteuren gesprengt worden ist. Auf eine Anfrage der Linkspartei antwortet die Bundesregierung, dass sie aus Gründen des Staatswohls keine weiteren Auskünfte mehr geben wird. Man kann sich sicher sein, dass wenn es Hinweise geben würde, dass Russland dafür verantworlich wäre, diese Informationen wie ein Lauffeuer die Runde gemacht hätte.






Auch bei den Ermittlungen versucht man inzwischen aufgrund der Brisanz getrennte Wege zu gehen. (Tagesschau.de)





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